Kaninchen stubenrein, Zwergkaninchen stubenrein

Kaninchen stubenrein

Wie bekomme ich Kaninchen stubenrein? Und was sind die Gründe für „unsauberes“ Verhalten? Um diese Fragen dreht sich der nun folgende Artikel. Kaninchen und Zwergkaninchen sind von Natur aus sehr reinliche Tiere. In der Regel haben sie einen oder auch mehrere feste Plätze an denen sie ihr Geschäft verrichten.

Jedoch ist der gewählte Ort oftmals nicht ideal, besonders wenn die Kaninchen in der Wohnung oder dem Haus gehalten werden.

Gründe weshalb Kaninchen nicht stubenrein sind

Es gibt jede Menge Gründe, weshalb ein Kaninchen nicht stubenrein ist und seine Köttel bzw. Pfützen an Orten hinterlässt, die nicht dafür gemacht sind. Einige werden nun etwas genauer betrachtet.

Zu früh von der Mutter getrennt

Leider werden all zu viele Kaninchen zu früh von ihrer Mutter getrennt. Dies geschieht oft in einem Alter, indem sie zwar nicht mehr ausschließlich auf die Muttermilch angewiesen sind und bereits normales Futter fressen. Jedoch viel zu früh, um von ihrer Mutter erzogen worden zu sein.

So haben sie keine Möglichkeit durch klassische, der Art entsprechenden Sozialisation zu lernen, wo sie ihr Geschäft verrichten können bzw. sollen. In einem solchen Falle liegt es an uns, dem Kaninchen behutsam beizubringen, wo es sich für die Erledigung der Notdurft hinbegeben soll.

Reviermarkierung

Kaninchen Reviermarkierung, Kaninchen stubenrein

Neben der Markierung des eigenen Reviers mittels Duftdrüsen (am Hals), setzten Kaninchen auch oft Urin und Kot ab, um ihr Revier abzustecken. Sehr häufig wird dieses Mittel von unkastrierten Rammlern genutzt, um Konkurenten fernzuhalten und potentiell interessierte Weibchen anzulocken.

Erfahrungsgemäß ist es so gut wie unmöglich einen unkastrierten Rammler diese Verhaltensweise abzugewöhnen.

Hier hilft oft nur eine Kastration des Tieres.

Neue oder frisch gereinigte Umgebung

Kommt ein Kaninchen in eine neue oder in eine gänzlich (durch Reinigung) neutral riechende Umgebung, markieren sie ihr Revier. Aber auch Geruchsveränderungen, z.B. durch neue Möbel oder Inneneinrichtung können ein Auslöser für eine Reviermarkierung sein.

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Gruppenzusammensetzung, Gruppengröße

Je mehr Tiere in einer Gruppe sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich einzelne Tiere nicht miteinander verstehen. In einem solchen Fall kommt es zwangsläufig zu Hierarchie-Auseinandersetzungen, bei welchen neben Kämpfen auch Urin und Kot zur Markierung eingesetzt werden.

Eine derartige Konstellation tritt oftmals bei mehreren unkastrierten Rammlern auf, die sich nicht oder nur ungenügend aus dem Weg gehen können.

Neues Familienmitglied

Kommt ein neues Kaninchen in eine bestehende Gruppe, kann auch dies eine ausgeprägte Reviermarkierung nach sich ziehen. So soll dem/der „Neuen“ klargemacht werden, wer der Chef im Stall ist. In einem solchen Fall ist unbedingt darauf zu achten, die Vergesellschaftung korrekt und langsam anzugehen.

Nur so können sich die Kaninchen langsam aneinander gewöhnen und sich gegenseitig akzeptieren, ohne dass alles „besudelt“ wird.

Pubertät

Auch während der Zeit in der die Geschlechtsreife erlangt wird, ist oftmals ein starkes Markierungsverhalten zu beobachten. In der Regel legt sich dies nach dem Erlangen der Geschlechtsreife wieder, wenn die Gruppe in sich harmonisch ist.

Rammler hingegen sollten kastriert werden, da sie ihr Markierungsverhalten nur in den seltensten Fällen ablegen (wie oben beschrieben). Neben teils massiven Kämpfen (zwischen Rammlern) wird Urin eingesetzt um den Kontrahenten damit zu bespritzen.

Diese Spritzer können teils Meter hoch und sehr weit verteilt werden.

Konkurrenz im selben Haushalt/Garten

Befinden sich mehr als eine Gruppe Kaninchen im selben Haushalt, stecken die Tiere gerne ihr Revier ab. In einem solchen Fall finden sich die Ausscheidungen gerne an den Wänden oder Gehegegittern entlang. Auf diese Weise soll eine Warnung an die „gegnerische“ Gruppe gesendet werden.

Krankheit

Auch Krankheiten können zu Unreinheit führen. Von Durchfall über Blasen- oder Nierenentzündungen kann so ziemlich alles die Ursache für verstärkte Unreinheit sein. Vor allem wenn sonst stubenreine Kaninchen plötzlich anfangen ihren Kot und Urin überall zu verteilen, sollte sicherheitshalber ein Tierarzt konsultiert werden, um mögliche Krankheiten als Ursache abzuklären.

Durch eine korrekte Behandlung wird das Kaninchen stubenrein.


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Scheinträchtigkeit

Auch Weibchen, welche scheinträchtig sind, neigen durch einen starken Hormonüberschuss phasenweise dazu, Kot und Urin willkürlich abzusetzen. Dies legt sich in der Regel nach kurzer Zeit wieder.

Einstreu

Wenn die bereitgestellten Toiletten nicht angenommen werden, könnte auch ein falsches Einstreu der Grund sein. Am besten probiert man in einem solchen Fall verschiedene Sorten Einstreu aus, bis man eines gefunden hat, das die Kaninchen akzeptieren und das saugstark und geruchsbindend ist.

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Wie bekomme ich meine Kaninchen stubenrein?

Da nun einige Gründe beleuchtet wurden, weshalb ein Kaninchen nicht stubenrein ist, geht es nun darum, was wir tun können, um das Tier im besten Fall stubenrein zu bekommen. Hier aber gleich auch der Hinweis: nicht alle Kaninchen können dahingehend trainiert werden. Ab und an wird ein Kaninchen nicht stubenrein werden.

Bis das einzelne Tier wirklich stubenrein ist, können viele Monate Training vergehen. Hier also nicht entmutigen lassen und immer weiter üben.


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Standort der Toilette

Kaninchen suchen sich einen oder mehrere Plätze die als Toilette genutzt werden. Das kann auch schon mal mitten im Raum auf dem guten Teppichboden sein. Meistens werden jedoch gewisse Ecken bevorzugt. Beobachtet man das Tier und findet seine „Stellen“, stellt man dort Kaninchen- oder Katzentoiletten auf.

Diese streut man am besten mit Holzpellets ein und bedeckt diese mit Heu oder Stroh (damit es angenehm weich ist) und das Kaninchen gerne hinein hüpft.

Nachdem das Kaninchen die Toilette als solche akzeptiert hat, kann man den Behälter täglich ein kleines bisschen verschieben, bis er letztlich an der vom Halter gewünschten Stelle steht.

An die Toilette gewöhnen

Da die Tiere die bereitgestellten Toiletten nicht direkt als solche erkennen, müssen wir ihnen einen Hinweis geben. Am besten befüllt man die Toiletten zunächst mit etwas nach Urin riechendem Einstreu (am besten direkt aus dem Stall nehmen).

Sollte das Tier eine Pfütze an einer Stelle hinterlassen, die nicht als Klo genutzt werden soll, wischt man diese auf, legt das vollgesogene Tuch in die Toilette und reinigt die Stelle anschließend, um den Uringeruch zu entfernen.

Auf diese Weise assoziiert das Tier den Uringeruch nach und nach mit der neuen Toilette.

Futterplätze

Vor allem Futterstellen sollten gut eingestreut sein, da Kaninchen besonders bei der Nahrungsaufnahme ihr Geschäft verrichten. Daher empfiehlt sich das Futter in der Käfigwanne des Stalles zu geben, da hier sowieso eingestreut ist. Das Tier sitzt also auf einem komplett eingestreuten Bereich und kann hier seine Notdurft verrichten.

Somit muss also nicht separat gereinigt werden, da der Stall sowieso regelmäßig gereinigt bzw. gemistet werden muss.


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Größe der Kaninchentoilette

Die Toilette muss groß und leicht zugänglich sein. Das bedeutet, dass der Einstieg tief liegen sollte und die Toilette rund um die Uhr gut und schnell zugänglich sein muss. Wie jedem klar sein dürfte, brauchen Kaninchen viel Platz. Das gilt auch für die Toilette. Fühlt sich das Tier hier nicht wohl, da zu klein oder ungemütlich, wird die Stelle nicht aufgesucht.

Erhöhte Plätze

Da Kaninchen Urin und Kot (wie beschrieben) oft als Reviermarkierung nutzen, mögen es einige Tiere gerne, wenn ihre Toiletten erhöht liegen, damit man ihr Revier auch „weitem“ gut sieht bzw. riecht. Daher kann man auch einen höheren Standort für das Klo ausprobieren.

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Geduld

Geduld ist das Wichtigste um ein Kaninchen stubenrein zu bekommen. Im Vergleich zu Hunden oder Katzen ist es viel schwieriger ein Kaninchen stubenrein zu erziehen. Wie oben beschrieben, müssen viele Faktoren beobachtet, abgewogen und Maßnahmen auf das einzelne Tier angewandt werden.

Dies ist natürlich mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, der manchmal sehr frustrierend sein kann. Hier hilft nur durchhalten und immer weiter mit dem Tier trainieren.

Kaninchen stubenrein, Kaninchen Innenhaltung

Geduld ist wichtig, um ein Kaninchen stubenrein zu erziehen

Bestrafung – niemals bestrafen!

Auch wenn schon lange trainiert wurde und sich nur kleine oder gar keine Erfolge eingestellt haben darf das Tier NIEMALS bestraft werden!
Immer wieder hört man von Halter/innen, die das Kaninchen mit einem Klapps bestrafen, wenn es eine Pfütze hinterlassen hat, oder das Tier umgehend in den Stall gesperrt wird oder (und noch schlimmer) das Kaninchen mit der Nase in die Pfütze gedrückt wird.

Eine derartige „Erziehungsmaßnahme“ sollte NIEMALS angewandt werden! Erstens ist das Tierquälerei (schlagen, auf dem Boden drücken etc.) und zweitens lernt das Tier dadurch nicht die Toilette zu benutzten.

Es kann keine Assoziierung zwischen der Bestrafung und seinen Toilettengewohnheiten herstellen und bekommt ausschließlich Angst vor seinem Halter! Somit kann also absolut kein Kaninchen stubenrein werden und ist zu unterlassen!

Fazit – Kaninchen stubenrein

FazitHat man die Gründe herausgefunden weshalb das Tier nicht stubenrein ist, kann man mit dem Training beginnen. Eine Garantie für das Gelingen gibt es aber nicht. Sollte das Kaninchen partout nicht stubenrein werden, empfiehlt sich die Außenhaltung. Hier ist es nicht schlimm wenn die Toilettenplätze nach Belieben gewählt werden.

Wenn dies nicht möglich ist, kann man noch versuchen den Kaninchenbereich in der Wohnung mit PVC-Boden oder mit »Malervlies«* (ist unten meist wasserundurchlässig und kann gewaschen werden) auszukleiden.

Bei der Variante mit Vlies sollte der ganze Bereich mit Stroh/Heu eingedeckt werden, damit er nicht gefressen wird. Ist auch das nicht möglich, sollte das Tier in eine Außenhaltung abgegeben werden.

Beobachtet man das Tier und trainiert mit ihm geduldig, stellt sich im Großteil aller Fälle bald ein Erfolg ein.

Wir wünschen Dir viel Erfolg 🙂

 

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Posted in Ratgeber.

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