Kaninchenstall mardersicher machen

Kaninchenstall mardersicher machen – So wirds gemacht

Marder kämpfen, Kaninchenstall mardersicher machen

Hält man seine Kaninchen im Garten, lauern dort Gefahren an die man im ersten Moment nicht sofort denkt. Füchse und Marder haben Kaninchen wortwörtlich zum Fressen gern. Tagsüber haben viele Kaninchenhalter einen guten Blick auf das Gehege und können somit schnell eingreifen, falls etwas passiert. Füchse und Marder sind aber nachtaktiv und schlagen meist dann zu, wenn man nicht eingreifen kann. Somit muss das Kaninchengehege vor allem nachts gegen flinke Raubtiere gesichert werden.

Auch wenn jahrelang alles gut ging sollte man seinen Kaninchenstall mardersicher machen, um einem schlimmen Erwachen zu entgehen!

Marder und Füchse sind schlau und flink

Fuchs, Kaninchenstall mardersicher machenDa Marder und Füchse sehr schlau und flink sind, können sie sich auch durch sehr enge Löcher zwängen, über einen Zaun springen oder sich auch unter einem Zaun hindurch graben. Daher muss der Kaninchenstall an allen Seiten absolut sicher, sowie nach oben und unten hin gesichert werden. Bereits ein kleines Loch im Zaun kann ausreichen, damit sie zuschlagen können.

Wie wird das Gehege nach oben hin gesichert?

Am besten wird das Gehege nach oben hin mit einem stabilen Dach oder mit einem stabilen Volierendraht gesichert. Dabei ist darauf zu achten, dass wirklich alle Stellen des Geheges komplett geschlossen sind. Allein bei einem kleinen Spalt oder einem kleinen Loch kann ein Marder in das Gehege gelangen.

Sollte ein Dach oder ein Volierendraht nicht in Frage kommen, kann alternativ auch ein mindestens 2 Meter hoher Zaun (Holz oder Metall) errichtet werden, welcher oben ringsherum mit einem elektrischen »Viehhüter« versehen wird.

Von der Verwendung eines Netzes (wie man es oft sieht) wird abgeraten, da diese keinen wirksamen Schutz vor Mardern und Füchsen bieten. Einerseits kann das Netz an einer Stelle zu locker angebracht sein oder sich lösen, andererseits kann es auch ohne Probleme durchgebissen werden.

Wie wird das Gehege nach unten hin gesichert?

Auch hier gibt es verschiedene Wege den Kaninchenstall mardersicher zu machen.
Eine sehr effektive Methode ist es, wenn um das Kaninchengehege herum ein „Streifen“ Rasen abgetragen und das Erdreich entfernt wird. Danach kann entweder ein

  • Gitterzaun oder Volierendraht im Boden versenkt oder
  • Steinplatten eingelassen werden.

Tiefe und Breite

Die Tiefe sollte hier min. 30 cm betragen. Die Breite variiert je nach der Dicke des eingesetzten Materials (bei Steinplatten benötigt man etwas mehr Platz als bei einem »Gitter«* oder einem »Volierendraht«*. Um noch mehr Sicherheit zu erlangen, sollte der gesamte Grund des ausgehobenen „Streifens“ ebenfalls mit einem Gitter ausgelegt werden. Dadurch wird das Eindringen des Marders zusätzlich erschwert. Ist alles platziert, wird die Erde wieder eingefüllt, verdichtet und neu begrünt.

Gitter unterlegen

Maschendraht, Kaninchenstall mardersicher machenEbenso kann der gesamte Bereich des Geheges mit einem Gittergeflecht „unterlegt“ werden. Hierzu muss jedoch auf der gesamten Fläche der Rasen und das Erdreich abgetragen werden, sodass das Gittergeflecht ca. 10-15 cm unterhalb der Rasenoberfläche auf der gesamten Fläche ausgelegt werden kann. Im Anschluss wird das Erdreich wieder aufgefüllt und neu begrünt.

Steinplatten

Eine weitere effektive Methode ist das Verlegen von Stein- oder Betonplatten um das Kaninchengehege herum. Die Breite sollte hier ca. 1 m betragen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Fuchs & Marder recht schnell unter den Platten hindurch graben können. Eine Distanz von einem Meter oder mehr schafft aber auch ein fleißiger Räuber kaum in einer Nacht.

Als eine weitere Möglichkeit kann man das gesamte Gehege mit Stein- oder Betonplatten auslegen.
Dies ist wahrscheinlich die einfachste und sauberste Methode. Man möge aber hier bedenken, dass sich derartige Platten nicht als ständiger Untergrund für Kaninchen eignen. Der harte Untergrund kann und wird auf Dauer zu Verletzungen an den Hinterläufen etc. führen. Daher sollte man eine der oben genannten Varianten bevorzugen.

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Türen und Schlösser

Vorhängeschloss, Kaninchenstall mardersicher machen

Türen und Schlösser sollten ebenfalls überprüft und ggf. nachgearbeitet werden. Ein einfacher Holzriegel z.B. sollte nicht einfach aufgeschoben werden können. Hierzu kann u.a. ein kleines Winkeleisen über dem Holzklotz montiert werden, welches das Aufschieben verhindern kann. Erst wenn das Winkeleisen weggedreht wird, kann der Holzklotz gelöst und die Türe / das Fenster geöffnet werden. Bei größeren Ställen kann auch mit einem Vorhängeschloss gearbeitet werden.

Welche Materialien eignen sich?

Wer einen Kaninchenstall mardersicher machen will, sollte auf altbewährte Materialien zurückgreifen, um den bestmöglichen Schutz zu erreichen. Hierzu zählen:

  • Steinplatten, Betonplatten & Gehwegplatten. Die Stärke sollte 3-4 cm betragen, damit diese nicht so leicht kaputt gehen und sie sich durch ihr Eigengewicht nicht verschieben lassen. Solche Platten bekommt man in jedem Baumarkt, Natursteinhandel oder oft auch gebraucht und viel günstiger z. B. bei Kleinanzeigen.
  • »Volierendraht«* (punktverschweißt, min. 1 mm Gitterstärke)
  • dicker, sehr »engmaschiger 6-Eck-Draht«* (Maschenweite 13 mm oder max. 19 mm) Diese sind stabil, dick & engmaschig, sodass sie nicht angeknabbert oder aufgerissen werden können! Bei einem dicken 6-Eck-Draht muss sichergestellt werden, dass die Kaninchen nicht mit den Zähnen dazwischen können (Verletzungsgefahr!).
  • »Gitterelemente«* bei denen der Gitterabstand max. 3,5 cm beträgt. Diese sind so stabil, dass sie nicht aufgerissen werden können und kein Raubtier hindurch passt. Zudem können die Kaninchen mit dem Kopf nicht zwischen die Gitterstäbe.

Welche Materialien eignen sich nicht?

  • Kaninchendraht und der weit verbreitete „normale“ 6-Eck-Draht sind nicht sicher. Da sie sehr dünn sind können sie sowohl von den Kaninchen selbst, als auch von einem Marder sehr leicht durchgebissen werden. Sobald einmal ein kleines Loch im Draht ist, kann sich der Marder sehr schnell hindurch zwängen, da sich das Loch ohne viel Kraftaufwand ausdehnen lässt.
  • Kaninchendraht kann sogar lebensgefährlich für Kaninchen werden. Die dünnen, scharfen Kanten können, falls sie verschluckt werden, zu schweren inneren Verletzungen und damit zum Tode des Tieres führen.
  • Auch von der Verwendung von Netzen zur Sicherung von oben wird abgeraten (siehe weiter oben)

Nicht besonders wirksam

Immer wieder hört man von unterschiedlichsten Methoden um Fuchs und Marder auf anderen Wegen zu vertreiben. Hierzu zählen das Ausbringen von Menschen- oder Hundehaaren. Andere versuchen ihr Glück mit sog. „Vergrämungsmitteln“.

All diese Methoden können eventuell den einen oder anderen Räuber irritieren und so einen Beutezug verhindern. Spätestens beim zweiten Versuch wird der Trick aber durchschaut, womit diese Taktik nicht mehr aufgeht. Wer schon einmal versucht hat einen Marder mit solchen Tricks von seinem Auto fernzuhalten, wird vermutlich gemerkt haben, dass dies nichts bringt. Um den Kaninchenstall mardersicher zu machen, raten wir daher von solchen Experimenten ab.

Es heißt nicht umsonst – schlauer Fuchs – 😉

Fazit – Kaninchenstall mardersicher machen

FazitEs gibt viele Möglichkeiten seinen Kaninchenstall mardersicher zu machen. Besonders gut eignen sich dicke Gitterelemente, Volierendraht und Stein- oder Betonplatten. Wer sich einen Kaninchenstall kauft, muss meist nur noch nach unten, manchmal auch nach oben nachbessern. Mit etwas handwerklichen Geschickt und Sorgfalt kann jeder seinen Kaninchenstall mardersicher gestalten. Somit haben Marder und Füchse keine Chance sich über Ihre Kaninchen her zu machen!

Wir wünschen viel Erfolg! 🙂 

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