Kaninchenstall reinigen und desinfizieren

Kaninchenstall reinigen und desinfizieren

An uns wurde immer wieder die Frage herangetragen, wie man den Kaninchenstall am besten reinigt und ob dieser auch desinfiziert werden muss. Daher gehen wir dieser Thematik einmal genauer auf den Grund.

Neben einer artgerechten Ernährung und Haltungsbedingungen, benötigen Kaninchen natürlich auch einen sauberen Kaninchenstall. Dies ist logischerweise sehr wichtig für die Gesundheit der Tiere. Hierbei muss eine gesunde Balance zwischen extremer Hygiene und „Unhygiene“ gefunden werden. Das bedeutet, ein unreiner Stall ist gesundheitsschädlich für die Kaninchen. Ein ständig desinfizierter und absolut keimfreier Stall aber genauso.

Warum ist das so?

Wird der Stall nicht regelmäßig gesäubert (gemistet und gereinigt) können sich Krankheitserreger sehr schnell ausbreiten und die Tiere werden krank. Wird der Stall hingegen absolut „clean“ gehalten, verlieren die Kaninchen ihre natürlichen Abwehrkräfte und werden somit sehr anfällig für alle möglichen Krankheiten. Es verhält sich hier also genau wie bei uns Menschen. Würden wir morgens schon ein „Tässchen Sagrotan trinken“, wie sollten das Immunsystem all die Bakterien und Viren bekämpfen können?

Wie oft muss der Kaninchenstall gereinigt werden?

Pauschal kann diese Frage nicht beantwortet werden da die Reinigungsintervalle mit der Größe deines Stalles, der Anzahl deiner Kaninchen, dem verwendeten Einstreu usw. zusammenhängen.

Einmal täglich sollte jedoch der komplette Kaninchenbereich auf Unreinheiten untersucht werden. Verschmutze oder riechende Toiletten / Toilettenplätze sollten hierbei gemistet werden. Das verunreinigte Einstreu wird entfernt und durch frisches Einstreu ersetzt. Volle Toiletten und leicht riechende oder leicht feuchte Stellen können mit frischem Einstreu überstreut werden. Zudem werden Köttel und umherliegendes Heu etc. aufgefegt.

Einmal wöchentlich sollte aber der gesamte Stall gemistet werden. Also sämtliches Einstreu, Heu und Stroh werden entfernt. Zudem sollten stark verunreinigte Stellen ausgewaschen werden. Hierzu benötigt man keine speziellen Reinigungsmittel. Oft reicht es schon, den betroffenen Bereich mit einem Schwammtuch und Wasser auszuwaschen.

Sollten die Verunreinigungen stärker sein, können auch einige Tropfen Spülmittel oder etwas Essigessenz (alternativ auch Zitronensäure) zum Putzen verwendet werden. Im Anschluss müssen die Stellen jedoch restlos von Reinigungsmittelresten befreit werden, in dem gründlich mit Wasser nachgespült wird. Wird Essig- oder Zitronensäure verwendet, sollte nicht nur gründlich mit Wasser nachgespült werden, sondern der Stall auch „ausgelüftet“ werden. Auf diese Weise verhindert man, dass die empfindlichen Atemwege der Kaninchen durch mögliche Rückstände der scharfen Essenzen gereizt werden.

Eine Desinfektion des Kaninchenstalles ist hierbei nicht nötig, wenn die Kaninchen an sich gesund sind!

Welche Utensilien werden benötigt?

  • Kehrschaufel, Handbesen
  • ggf. eine Kelle aus Metall (zum lösen und abschaben grober Verschmutzungen)
  • einen Komposthaufen oder
  • alternativ eine Biotonne und einen Müllsack (am besten mit 120 L Volumen)
  • Wischlappen
  • Wasser
  • wenige tropfen Spülmittel oder etwas Essigessenz (alternativ Zitronensäure)

Wann muss der Kaninchenstall desinfiziert werden?

Im Normalfall sollte der Kaninchenstall nicht extra desinfiziert werden. Dies ist nur dann sinnvoll, wenn ein oder mehrere Kaninchen an ansteckenden Krankheiten leiden. In einem solchen Fall müssen natürlich strengere Hygienemaßnahmen umgesetzt werden.

Achtung: Im Krankheitsfall ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen!

Auch gebraucht erworbene Kaninchenställe sollten desinfiziert werden, bevor die eigenen Kaninchen das neue Heim beziehen. Hier ist in der Regel nicht klar, ob die vorherigen Bewohner evtl. an ansteckenden Krankheiten gelitten haben.

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Wie wird der Kaninchenstall desinfiziert?

Zunächst wird der Stall ganz normal gemistet. Mit einer Kehrschaufel und einem Besen wird das komplette Einstreu, Heu und Stroh entfernt. Danach wird der Stall sauber gefegt. Grobe und festsitzende Verunreinigungen werden mit einem Spachtel oder einer kleinen Kelle gelockert und entfernt. Im Anschluss wird der Stall mit einem haushaltsüblichen Schwammtuch und etwas Spülmittel, Zitronensäure oder Essigessenz gründlich gereinigt. Auf diese Weise werden Ablagerungen wie z.B. Urinstein etc. gelöst und entfernt. Durch die Säure können auch schon erste Bakterien (aber keine Viren) abgetötet werden. Hierbei sollte eine Einwirkzeit von 15-20 Min. eingeplant werden.

Desinfektionsmittel

Im Anschluss kann der Stall mit einem »geeigneten Desinfektionsmittel«* eingesprüht werden, welches dann min. 30 Sekunden einwirken sollte, bevor es wieder restlos abgewaschen wird. Eine etwas schonender Desinfektion gelingt mit heißem Essigwasser. Hierbei muss beachtet werden, dass vor allem Bauteile aus Holz recht lange brauchen, bis sich der beißende Essiggeruch verflüchtigt hat. Solange können die Tiere nicht in den Stall zurück kehren.


Desinfektion mit Dampf

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Alternativ und für die Kaninchen weniger belastend ist eine Desinfektion mit Hilfe eines Dampfreinigers. Durch den kochend heißen Dampf werden Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten zuverlässig abgetötet. Der Temperatur des Dampfes muss über 80 Grad C° liegen.

Vor allem schwer zu reinigende Stellen, wie die Gitterstäbe und auch das Holz eines Kaninchenstalles, Holzspielsachen, Häuschen etc.  können mit einem Dampfreiniger einfacher desinfiziert werden. Vor allem empfindliche Materialien, wie z.B. das Holz eines Kaninchenstalles kann auf diese Weise sehr schonend desinfiziert werden.

Unterschiede Desinfektionsmittel – Dampf

Ein weiterer Vorteil eines Dampfreinigers: Heißer Dampf tötet nicht nur Bakterien, sondern auch Viren, Milben, Haarlinge, Kokzidien, Flöhe und Co. Ein Desinfektionsmittel kann dies oft nicht leisten. Viele dieser Mittel können bis zu 99,9% der Bakterien, spezieller Vieren und Pilze bekämpfen. Viele der genannten Schädlinge beeindruckt dies aber in keiner Weise. Kochend heißer Dampf aber sehr wohl!

Zudem sollten so wenig chemische Stoffe im Umgang mit Tieren wie möglich zur Anwendung kommen. Eine Desinfektion des Kaninchenstalles mit Hilfe von Dampf hat sich sehr gut bewährt. Daher raten wir zu dieser material- und kaninchen-schonenden Methode.


Desinfektion mit UV-Licht

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Neben herkömmlichen Desinfektionsmitteln oder Dampf kann der Kaninchenstall auch mit Hilfe von UV-Licht desinfiziert werden. Um genau zu sein mit UV-C-Strahlen. Hierbei handelt es sich um sehr kurzwellige UV-Strahlen (Wellenlängenbereich 280-100 nm), welche das Erbgut von Bakterien und Viren soweit schädigen, dass diese absterben und sich nicht weiter vermehren können. Genau wie bei einem Desinfektionsmittel, werden hier bis zu 99,9% der Bakterien und Vieren inaktiviert. Selbst »multiresistente Krankenhauskeime« können auf diese Weise erfolgreich bekämpft werden.

Da das kurzwellige UV-C-Licht direkt die Erbsubstanz (also die DNA) angreift und diese so verändert, dass sie zugrunde geht, können auf diese Weise neben Bakterien & Viren auch Parasiten wie Flöhe, Haarlinge und Co. beseitigt werden. Hier sollte aber folgendes beachtet werden: Lebende Parasiten sterben im Normalfall nicht sofort.

Sollten Sie also beispielsweise Haarlinge bekämpfen wollen, empfehlen wir alle Gegenstände zusätzlich mit heißem Dampf oder heißem Essigwasser zu behandeln. Nur so wird der Kaninchenstall, Häuschen und Co. absolut sauber. Für den Mensch ist UV-C-Strahlung im übrigen ungefährlich! Dennoch sollte man nicht direkt in das UV-Licht hinein sehen.

Wie funktioniert die Desinfektion mit UV-Licht?

  • Wer etwas Zeit hat und draußen die Sonne scheint, kann alle zu desinfizierende Gegenstände für einige Stunden in die pralle Sonne stellen. Hierbei müssen alle Seiten von den UV-C-Strahlen erreicht werden, um wirken zu können. D.h. alle Gegenstände müssen immer wieder gewendet werden, sodass auch die der Sonne abgewandten Stellen vom Sonnenlicht erreicht werden.
  • Wenn es schneller gehen muss oder draußen keine Sonne scheint, kann auch eine »entsprechende UV-C-Lampe«* verwendet werden. Die Bedienung des Keimkillers ist kinderleicht: Lampe anknipsen und mit dem ultravioletten Lichtschein langsam 30 bis 60 Sekunden lang über die zu reinigenden Flächen fahren.


Desinfektion mit Hitze

Feuer, Flamme, HitzeAuch mit Hitze können Viren, Bakterien und Parasiten vollständig und zuverlässig vernichtet werden. Um eine entsprechende Hitzequelle gezielt einsetzen zu können, empfiehlt sich der Einsatz eines »Bunsenbrenners«* oder eines »Heißluftföns«.* Da sowohl der Brenner und der Fön mehrere Hundert Grad heiß werden, sollten damit jedoch logischerweise keine Kunststoffgegenstände behandelt werden! Ideal eignen sich diese aber zur Desinfektion eines Kaninchenstalles aus Holz.

Versengtes Holz, angesengtes Holz

Nach dem sogenannten „abflammen“ des Holzes erhält man neben absoluter Keimfreiheit auch einen künstlerisch gestalteten Kaninchenstall im Re­t­ro­look (das Holz wird durch die Hitze angesenkt und damit partiell dunkel bis schwarz).

Achtung: Selbstverständlich ist im Umgang mit Hitze und brennbaren Stoffen höchste Vorsicht geboten und stets ein Feuerlöscher griffbereit zu halten!


Fazit – Kaninchenstall reinigen und desinfizieren

FazitDer Kaninchenstall sollte 1 x täglich kontrolliert und grob sauber gemacht werden. Spätestens nach einer Woche steht der Großputz an. Sind die Tiere gesund braucht man den Stall nicht zu desinfizieren. Nur bei ansteckenden Krankheiten ist dies ratsam. Neben heißem Essigwasser kann auch ein Desinfektionsmittel verwendet werden.
Schonender und wirksamer ist jedoch deine Desinfektion mit heißem Dampf. Je nachdem, welche Gegenstände im Kaninchenstall gereinigt und desinfiziert werden sollen, kann auch auf UV-Licht oder Hitze (Feuer oder Heißluft) zurückgegriffen werden.  Auf diese Weise bekommt man fast jeden Stall wieder absolut clean. Wenn aber gar nichts mehr hilft, sollte man sich besser einen neuen Kaninchenstall kaufen.

Wir wünschen viel Erfolg 🙂

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