Ratten im Kaninchenstall, Ratten im Hasenstall

Ratten im Kaninchenstall – Was das bedeutet und wie du sie wieder los wirst

Wer seine Kaninchen im Freien hält kann ab und zu Besuch von Ratten im Kaninchenstall bekommen. Vor allem im Herbst und Winter scheint es Ratten und Mäuse bevorzugt in den Kaninchenstall zu ziehen, da es im Heu und Stroh sicherlich kuscheliger ist, als draußen. Außerdem finden sie hier meist reichlich Futter.

Weshalb sich aber genau in deinem Kaninchenstall Ratten (oder Mäuse) eingenistet haben hängt meist von unterschiedlichen Faktoren ab.

Sind Ratten und Mäuse für deine Kaninchen gefährlich?

Ratten im KaninchenstallBei Mäusen kann man das wohl verneinen. Sie können zwar auch kräftig beißen, sind aber nicht als angriffslustig bekannt. Ratten hingegen können Kaninchen auch mal angreifen und verletzen (auch ausgewachsene, große Kaninchen).

Für sehr junge und kleine Kaninchen kann das unter Umständen sehr gefährlich werden. Sie können durch den Angriff einer Ratte auch tödlich verletzt werden. Deshalb wäre es deutlich besser, wenn sich die kleinen Tiere nicht in den Kaninchenstall verirren würden.

Krankheiten werden offenkundig weder von Ratten noch von Mäusen im besonderen Maße übertragen, obwohl sie von vielen als Krankheitsüberträger Nr. 1 verschrien sind. Die Chance, dass sich deine Kaninchen mit einer Krankheit bei einer Ratte anstecken ist also eher als gering einzuschätzen.

Wie wirst du Ratten im Kaninchenstall wieder los?

Wie üblich gibt es auch hier mehrere Möglichkeiten Ratten aus dem Kaninchenstall zu vertreiben. Das eine Patentrezept gibt es natürlich nicht.

Kaninchenstall ratten- und mäusesicher machen

Genau wie beim Kaninchenstall mardersicher machen, solltest du bei einem Rattenbefall deinen Kaninchenstall nachrüsten. Ihn also rattensicher machen. So verhinderst du, dass die Ratten immer wieder in den Stall kommen.

Volierendraht oder Fliegengitter

Ratten im Kaninchenstall, Ratten im Hasenstall

Eine Maus zwängt sich durch einen Gitterdraht

Ein mardersicherer Volierendraht reicht gegen Ratten und Mäuse allein nicht aus. Da die Gitterabstände (Maschenweite) zu groß sind, können sie sich einfach hindurch zwängen. Wir empfehlen dir das Gitter deines Kaninchenstalles mit einem Volierendraht mit einer maximalen Maschenweite von ca. 6×6 mm nachzurüsten. Einen entsprechenden Draht findest du hier.*

Somit hast du zwar 2 Gitter um den Stall aber Mäuse und Co. haben keine Chance mehr durch das Gitter zu gelangen.

Wenn dir diese Möglichkeit nicht zusagt, kannst du es auch mit Fliegengitter aus Metall* versuchen.

Ritzen und Ecken

Natürlich solltest du gleichzeitig auch sämtliche Ritzen, Ecken und Löcher fest verschließen. Ansonsten bringt auch der beste Volierendraht nichts, da die Ratten eben einfach durch das nächste Loch schlüpfen.

Lebendfallen (Mausefalle)

Mit Lebendfallen* können Ratten und Mäuse zuverlässig gefangen werden. Danach kannst du sie einige Kilometer entfernt in der Natur wieder aussetzen.

Der Vorteil ist die schonen Art, wie die Tiere gefangen werden. Der Nachteil ist, dass es wenig Sinn macht immer wieder Ratten und Mäuse zu fangen, ohne den Kaninchenstall mäuse- und rattensicher zu machen.

Wie verhinderst du, dass deine Kaninchen die Mausefalle auslösen?

Wenn du die Mausefalle einfach in den Kaninchenstall stellst, werden sich deine neugierigen Kaninchen den neuen Gegenstand in ihrem Revier sehr genau ansehen und die Falle höchstwahrscheinlich auch auslösen. Somit ist die Falle zu und keine Maus kann mehr hinein. Im schlimmsten Fall kann sich das Kaninchen auch verletzen, wenn die Falle zuschnappt.

Am besten nimmst du einen Einkaufskorb oder Fahrradkorb aus Metall, stellst in umgedreht über die Mausefalle und beschwerst den Korb z.B. mit einem Stein. Alternativ kannst du ihn mit Zeltnägeln am Boden befestigen. Somit können deine Kaninchen nicht an die Falle, Mäuse und Ratten aber schon.

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Futter – Für Ratten ein Hauptgrund in den Kaninchenstall zu kommen

Ratten im KaninchenstallFütterst du deinen Kaninchen mit getreidehaltigen Futter? Falls ja, wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt damit aufzuhören 😉

Warum? Einerseits ist Getreide nicht für Kaninchenmägen gemacht, andererseits ist es eines der Hauptnahrungsmittel für Ratten und Mäuse.

Mäuseartige Nagetiere lieben nämlich

  • Getreide
  • Saaten
  • Trockenfutter im Allgemeinen (und natürlich noch vieles mehr)

Für Kaninchen ist frisches Grünfutter optimal. Neben frischen Gräsern sollten auch verschiedene Kräuter, Blätter, Zweige und Saaten auf dem Speiseplan stehen. Ratten und Mäuse fressen dies zwar auch, hat aber nicht die starke Anziehungskraft wie Trockenfutter und Getreide.

Wie kannst du den Ratten im Kaninchenstall sonst noch den Tag verderben?

  • Lagere das Futter nicht im Freien, sondern gut verschlossen im Haus
  • Füttere deinen Kaninchen nur soviel, wie sie auf einmal fressen und bleib solange bei ihnen. Beachte aber bitte, dass Kaninchen im Normalfall rund um die Uhr Zugang zu Frischfutter haben sollten, damit die Verdauung in Gang bleibt.
  • Minze um den Kaninchenstall pflanzen. Das hat gleich mehrere Vorteile:
  • Es handelt sich um ein ganz natürliches Abwehrmittel
  • Ratten und Mäuse können den scharfen Minzgeruch ganz und gar nicht ab
  • Katzen, die Fressfeinde Nummer 1, mögen Minze hingegen sehr und halten sich gerne in der Nähe von Minze auf
  • Zudem ist die Chance groß, dass die Katzen rund um den Kaninchenstall ihr Revier markieren und Ratten vom Uringeruch der Katze zusätzlich abgeschreckt werden

Schädlingsbekämpfungsmittel (Gift) ☢

Das berühmte Rattengift wirkt in der Regel schnell und tödlich. Diese Schädlingsbekämpfungsmittel werden von den Ratten und Mäusen gefressen und verenden dann innerhalb kurzer Zeit (qualvoll) an dem beigemengten Gift.

Weitere Nachteile:
Die Ratten werden nicht vertrieben und andere kommen dafür immer wieder nach. Das Gift muss also oft ausgebracht werden. Denke zudem an deine Kaninchen. Wenn du nicht genau aufpasst, fressen nicht nur die Ratten und Mäuse das Gift, sondern auch deine Kaninchen. Ebenso könnten Katzen, Eichhörnchen, Igel und andere Tiere das Gift fressen. Die Folgen sind jeweils die gleichen: qualvolles Verenden.

Wir sind von dieser Art der Schädlingsbekämpfung wenig begeistert und bitten von dieser Methode abzusehen! Zumal es deutlich wirksamere Vorgehensweisen gibt.

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Was hilft nicht gegen Ratten im Kaninchenstall?

Es geistert das Gerücht durch die Welt, Meerschweinchen würden gegen Ratten im Kaninchenstall helfen. Uns erschließt sich der Sinn dieser Aussage nicht und können dir sagen, das stimmt nicht.

Auch das Anbringen eines Netzes rund um den Kaninchenstall (anstatt Volierendraht oder Fliegengitter) nutzt nichts gegen Ratten im Kaninchenstall. Ein Netz wird einfach durchgebissen.

Wenn gar nichts mehr hilft

Wenn du schon alles ausprobiert hast und die Ratten immer noch im Kaninchenstall sind, wird es natürlich schwierig. In einem solchen Fall solltest du den Standort des Stalles / Gehege überdenken, ggf. einen neuen Kaninchenstall kaufen oder einen Kammerjäger hinzuziehen.

Fazit – Ratten im Kaninchenstall

FazitGegen Ratten im Kaninchenstall kannst du einiges tun, um sie dauerhaft loszuwerden. Neben baulichen Maßnahmen am Gehege kannst du die Ratten einfangen und aussetzen, ihnen das Futter nehmen und sie mit natürlichen „Vergrämungsmitteln“ (Minze) vertreiben. Der Einsatz von Gift ist in unseren Augen nur im Ausnahmefall notwendig. Mit einer oder mehrerer der beschriebenen Methoden solltest du die Plagegeister wieder loswerden.

Wir wünschen dir viel Erfolg 🙂

*= Affiliate-Link zum Partnershop welcher die Produkte anbietet.

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